Erster/First   Vorheriger/Pred   Nächster/Next   Letzter/Last       Merken / Basket


RÖMISCHE KAISERZEIT
SALONINUS, jüngerer Sohn des Gallienus, Caesar 258-260

No: 413     Preis EUR 65.-

Antoninian, Antiochia. P COR SAL VALERIANVS CAES. Drap. Panzerbüste mit Stkr. rechts. Rv/ DII NVTRITORES. Prinz und Jupiter einander gegenüberstehend. C 21. RIC 35. MIR 1606c.
Sehr schön

Der Fund von Cunetio hat ein ganz neues Bild der Münzprägung des gallischen Sonderreiches entworfen und die jahrzehntelang Gültigkeit besitzenden Ansichten Elmers in Frage gestellt. Aus seiner Bearbeitung zogen die britischen Numismatiker Besly und Bland die Erkenntnis, dass ein zweites Münzamt gegen Ende der Regierung des Postumus eröffnet wurde. Sie deuten die besonderen Kölner Rückseiten (COL CL AGRIP COS IIII, C C A A COS IIII) und die Sigle C – A als Hinweise auf eine Münzstätten-Neugründung. Dies wird widerlegt durch die Veröffentlichung des «Bachofenschen Münzschatzes» (s. oben Weder 1990), der auch ein Bild der militärischen Lage offenbart. Er deutet vielmehr auf eine Wiedereröffnung nach vorheriger Evakuation als auf eine Neugründung.

M. Cassianus Latinius Postumus, wohl von gallischer Abstammung, war während der Doppelherrschaft von Valerian und Gallienus praeses provinciae Germaniae inferioris. Nach der Meldung der Gefangennahme Valerians durch die Sasaniden und einem Sieg über die Franken, der einen Streit mit Saloninus, dem jüngeren Sohn des Gallienus, und seinem Präfekten Silvanus auslöste, liess sich Postumus im Juli/August 260 zum Kaiser ausrufen und nach der Einnahme der Residenzstadt Köln die beiden Letzteren beseitigen. Postumus fand rasch Anerkennung in Gallien, Britannien, Spanien und sogar – wenn auch sicherlich nur für eine kurze Zeit – in Rätien und bildete aus diesen Gebieten das sog. "Gallische Sonderreich". Dadurch, dass Gallienus durch viele weitere Usurpationen in anderen Reichsteilen die Hände gebunden waren, kam es nur zu wenigen Auseinandersetzungen. Im Jahre 267 erhob sich gegen Gallienus sein Reitergeneral Aureolus, der zu Postumus übertrat und dann in dessen Namen in Mailand prägen liess (s. unten Nr. 507-514). Bei dem Versuch Mailand und Norditalien zurückzuerobern, wurde Gallienus von seinen eigenen Offizieren ermordet (Spätsommer 268). Postumus überlebte seinen Widersacher nur kurze Zeit: Anfang 269 (ca. Januar/Februar) musste er gegen den Usurpator Laelianus antreten, den er zwar bald besiegen konnte (ca. März). Er selbst wurde aber kurz darauf von den eigenen Truppen ermordet.